Im Jahr 1989 habe ich meine erste ETZ bekommen. Das war zwischen der Mathe und Deutschprüfung in der 10. Klasse. Es war eine MZ ETZ 150 Silber Standard mit Vorderradtrommelbremse, 12 PS aber dem neuem Blinkerdesign (6 eckig). Dies habe ich dann ca. 3 Jahre gefahren und Sie dann leider wieder verkauft.

 

Soweit ich mich erinnern kann hat Sie damal 3485 DDR Mark gekostet.

Ich bin mit ihr unter anderem nach Pirna, Berlin und Witzenhausen gefahren.

Einiges habe ich mit ihr durch gemacht. So bin ich ein paar Mal hingefallen und einmal sogar bei einem Sturz mit meinem Kopf knapp an vorbeifahrenden Sattelschlepperrädern vorbeigerutscht. Oder ein anderes Mal in Pirna, da war so eine steile Kurve mit Kopfsteinpflaster, dass ich kein Chance hatte auch nur irgendwie zu bremsen. So fiel ich unweigerlich hin und die Blinker brachen ab und der Auspuff war verbeult. Dadurch war die Rückfahrt mit Vmax 75 sehr mühselig.

 

2016 musste es dann wieder eine 'neue' MZ sein. Ich lag mit einer Grippe im Bett und der Gedanke verfestigte sich. In der Nähe meines jetzigen Heimatort - im Westerwald - gab es ein 150'er Baujahr 87 in einem ziemlich schlechten Zustand.

Hier fehlt ein Z am Tank,  durchgesessene Sitzbank

unscheibare Ansicht von vorne

weißer Seitendeckel, fehlende MZ Buchsteben, rostiger Auspuff

undichter und dreckiger Motor

Ganz nach dem Frisenmotto "Wat mutt, dat mutt!" habe ich sie dann gekauft. Ich muss sagen, sie fuhr sich gar nicht so schlecht. Auf der Heimfahrt kam ich aus dem grinsen nicht mehr aus, da ich dieses Gefühl von Fahrtwind und Leichtigkeit wieder spürte. Aber kurz vorm Ziel war erst einmal Schluss. Nix ging mehr. Nach etwas suchen war klar, die Sicherung war durchgeflogen, was ich an Ort und Stelle schnell beheben konnte.

 

Zur Fahrzeuggeschichte:

Nun forschte ich nach, welche Geschichte die MZ hatte und erfuhr erstaunliches. Das Motorrad war ca. 10 Jahre abgemeldet. Die Person, die mir das Motorrad verkauft hat, ist nur durch Zufall an den Schein und das 2 Rad gekommen. Das Motorrad wurde zuvor auf eine Person angemeldet, die bei der Bundeswehr tätig war, da es kein Geld hatte wurde es auf dem Vater zugelassen. Der war alleinstehend. Als er im Sterben lag, hat sich eine Dame um ihn "gekümmert" und ist nach seinem Tod in den Beitz der MZ gekommen. Sie hat es dann wohl ihrem Sohn???? geschenkt.

Der Bundeswehrsoldat hatte die Maschine wiederum Anfang der 1990-er einem Kameraden abgekauft, der in Geldarmut steckte. Davor verliert sich die Spur. Ich habe das erfahren, da ich den vorletzten Fahrzeugeigentümer über mehrere Einwohnermeldeämter ausfindig gemacht und ihn per Brief angeschrieben habe.

 

Stück für Stück zum Schmuckstück:

Stück für Stück habe ich angefangen, die ETZ'e zu restaurieren. Dabei muss man sagen, dass ich weder eine Garage noch eine geräumige Wertstatt habe.

Als erstes wurde der rostige Aspuff erneruer.

dann wurden alle blauen Teile neu lakiert

Umrüstung auf 6 eckige Blinker und 4 eckiges 2 Phasenrücklicht

Platz für weitere Projekte

Motorüberholung

Ein Hauch Deluxe - ein Chromschutzblech  

Die hier gezeigten Änderungen waren nur die Highlights, Viele kleiner Sachen wurden zwischendurch auch noch erneuert oder getauscht (Hauptständer, Sitzbank mit IFA LOGO...)

Durch die Motorüberholung, neue Reife .... hat sie jetzt schon 2 mal neuen TÜV bekommen.

Es macht Spaß mit ihr zu fahren. Sie ist klein, schnell und laut ?